Handarbeitstreff für Kinder & Erwachsene mit Mitaly

Hallo liebe Handarbeitsfreundinnen und -Freunde, Erzieherinnen, Lehrerinnen und alle, die Freude an der Handarbeit haben, und es gleichfalls lieben, Neues auszuprobieren, Erfahrungen zu sammeln und zu teilen, Ideen zu bekommen, Schönes anzusehen....

Filzen, Nähen, Stricken, Häkeln, Sticken, Basteln... Alles dabei!


Es gilt zu genießen und zu betrachten......

Dienstag, 9. Juli 2013

Die kleinen Zwerge und ihr Waldhaus

Stricken 
mit meiner zweiten Klasse 
Schuljahr 12/13

Hier seht ihr die putzigen Waldzwerge meiner 2. Klasse. 
Bis hierhin war es ein langer Weg,
mit schönen Erfolgen und geduldigen Unterrichtsstunden.

Klar konnten die Zwerge, als sie fertig waren, vor Freude es kaum erwarten dann endlich ihr Bad im frischen See zu nehmen und in ihre schönen Waldhäuser einzuziehen.
Die gestrickten Mäntel hielten sie bei allem warm und kuschelig.


Der Anfang
 Die Vorbereitung bestand darin, erst einmal kleine feste Wollkugeln
zu wickeln, aus Filzwolle bestehend. Gut dafür ist Wolle, die sich zum Spinnen eignet. Ich wickelte die Kugeln in einer Größe von einer reifen Kirsche.
Um die Kugel zu stabilisieren, wickelte ich weiter einen feineren, festen Baumwollfaden um die Kugel herum. Diese Arbeit braucht etwas Fingerfertigkeit. 
Daher bereitete ich die Köfpe der Zwerge auf diese Weise selbst vor.

Die Kinder konnten dann die Wollkugel in schöne weiche Wolle packen.
Gemeinsam banden wir den Kopf dann ab. Damit das Köpfchen, bzw. das Gesicht nicht so weiß ist, bekam es noch etwas Wolle in Hautfarben. Dann wurde der Körper unten wie zu einem Brunnen von Außen nach Innen umgestülpt.

Um etwas Stabilität zu erreichen ergänzte ich den Arbeitsschritt der Kinder, indem ich mit Nadel und Faden das Umgeformte locker umnähte. So behielten die Zwerge ihre Form und warteten geduldig auf ihre Mäntelchen.


Das Stricken beginnt ja nicht gleich mit dem Stricken, sondern mit dem
Zauberknoten.
Den haben wir erst einmal eine Weile geübt, bestimmt einen Monat. 
Immer wieder. 
Dazu gab es diesen Spruch, um uns all diese komplizierten Fingerbewegungen
merken zu können:
Fliegt ein Engel um den Baum, fliegt so hoch, man sieht ihn kaum
fliegt ins Vogelnästchen
zwischen beiden Ästchen.
Ei da lacht es und fliegt hoch zur Sonne (in die Wolken oder in den Himmel)
   (anderer, ähnlicher  Spruch siehe U. Ohlendorf, Stricken und Häkeln, Edition Waldorf)
Das Maschen aufnehmen
Auch das Maschenaufnehmen braucht einen Spruch, der es leichter macht. Es sind nämlich viele Finger daran beteiligt, und auch beide Hände.
Alle haben sie eine Aufgabe und haben fleißig zu tun, bis die Maschen auf den Stricknadeln sitzen:

Von unten durch das Daumentor holt sich das Pferd (die rechte Nadelspitze) 
den goldenen Zügel hervor. Verneigt sich vor dem Daumendick
und kehrt durch Daumentor zurück!
Der Daumen schlüpft aus seinem Nest
und zieht die Zügel beide fest. 
(Spruch von U. Ohlendorf, siehe Literaturhinweis)
Auch das haben wir lange geübt.
Erst haben wir nur 5 Maschen aufgenommen, dann für das Mäntelchen waren es 15-17 Maschen. Leichter war es mit einer etwas dickeren Wolle, Stricknadelstärke 4-5, aus Holz mit einer Kugel am Ende oder Bambus.

Bemerkung
Ich hatte erst versucht, den Kindern an zwei großen Vorführ-Stricknadeln das Maschen aufnehmen zu zeigen. Doch erst als ich mit den Kindern einzeln übte, war die Konzentration da und auch das Verstehen. Das Üben zog sich über einen Monat dafür hin, bis jedes Kind für sich den Erfolg fand und es fast wie von selbst ging.
Erst war es ein Üben mit nur einer Stricknadel. Dann, als etwas mehr Sicherheit da war, konnte mit doppelten Stricknadeln aufgenommen werden.

Schon beim Maschen aufnehmen wurde Eines besonders geübt:
Geduldig sein, Ausdauer, Durchhalten, Länger an einer Sache bleiben und wiederholtes Üben.


Das Stricken der ersten Maschen
 Gemeinsam übten wir das Stricken immer und immer wieder. Natürlich wieder mit einem Spruch:

Der Schäfer geht zum Tor hinein, holt mit dem Stab ein Schäfelein, hälts fest (ganz wichtig) und kommt mit ihm hervor, und schließt dann hinter sich das Tor.
 (Spruch von U. Ohlendorf, siehe Literaturhinweis)
Natürlich muss man dabei auch auf die anderen schon gestrickten Schäfchen aufpassen, sonst huschen die nämlich ganz schnell von der Stricknadel.

Bei 6 Kindern teilten die Integrationskraft und ich uns die Kinder und übten jeweils mit einem Kind das Stricken. So waren immer zwei Kinder beim Stricken. In dieser Zeit hatten die anderen Kinder die Möglichkeit, sich aus der Bücherecke ein Buch zu nehmen, oder zu malen.
Dies ging über viele Wochen. Es kam jedes Kind in einer Unterrichtsstunde dran.
So konnten sie sich darauf einstellen.

Es gab verschiedene Übungsstufen im Stricken mit den Kindern.
So strickten das Kind und ich gemeinsam, 
1. Übungsschritt:
indem ich beide Stricknadeln hielt und das Kind mit dem Spruch führte. 
Das Kind hielt die Schricknadeln mit.
2. Übungsschritt:
ich eine Stricknadel hielt, die linke, den Faden über meinen Finger spannte und das Kind die rechte Stricknadel hielt und
dabei führte. Wenn nötig half ich führen.
3. Übungsschritt.
indem ich nur noch eine Stricknadel hielt und den Faden über meinen Finger spannte, und so das Kind das Stricken weitgehend alleine vornahm. Dabei sprach ich den Spruch, oder wir gemeinsam.
4. Übungsschritt:
Indem ich nur noch den Faden über den Finger spannte, und beide Stricknadeln von dem Kind geführt wurden.
5. Übungsschritt:
Das Kind den Faden über den Finger selbst spannen konnte, und beide Nadeln zum Stricken selber hielt und führte. Also schon alleine strickte.

Bildbeispiele






Das Stricken ist dabei ein langsames Loslassen und Zutrauen von meiner Seite, und ein Zutrauen und das Gefühl von Können und Selbständigkeit von Seiten des Kindes.
Eine Erfahrung und Lernen im gemeinsamen Tun.

Wichtig dabei: Ich konnte spüren, dass manche Kinder beim Stricken üben viel Halt brauchten und das gemeinsame Halten der Stricknadeln und das Miteinander vom Spruch sprechen von großer Bedeutung waren. Hätte ich in manchen Fällen zu früh losgelassen, wäre das eine oder andere Kind überfodert gewesen, was mit Aufgeben und dem Gefühl vom Nicht Können und Frust enden kann. So liegt es mir am Herzen, weiterzugeben, dass es nicht um das Ergebnis des Mäntelchen geht, sondern um die dabei im Prozess entstehenden Gefühle von Glück, von Halt, Miteinander, Zutrauen, Ich kann, oder Überfoderung und Angst. 

Das Stricken ist etwas wirklich Kompliziertes und braucht viel Üben. 
Bis es wie von selbst geht, kann es ein langer Weg sein.
Manchmal mussten sogar die Fenster geöffnet werden, weil es so anstengend war und einem ganz warm wurde oder es brach mal eine Stricknadel, weil man unbedingt den Faden duch das Tor bekommen wollte. 
Kleine Strickgeschichten, die dazu gehören.....
Wir waren ungefähr 6 -7 Monate dran, mit kleinen Zwischenarbeiten unterbrochen.
Zum ersten Mal blieben wir länger an einem Thema und übten wiederholt. Dies war eine Erfahrung für meine Schüler, welche vor allen Dingen Geduld für sich und ihre Arbeit forderte, aber am Ende auch für ihr Durchhalten belohnte.
Am Ende von ungefähr 6 Monaten können nun drei Kinder schon alleine stricken. Stolz und Freude waren sichtbar.
Es gab Zeiten, da war selbst eine Reihe schon viel, und kaum zu schaffen. Doch mit Zuspruch und Liebe gelang es uns immer wieder, weiterzumachen, auch wenn ein paar Mäntelchen noch etwas Strickhilfe brauchten. 

Am Ende konnte jeder Zwerg angezogen werden mit seinem bunten Mäntelchen.
So gab es nach viel Mühen ein glückliches gemeinsames Miteinander aller Zwerge und ein Gefühl, dass sich Durchhalten lohnt und Stricken doch etwas Schönes sein kann, welches wir sicherlich im neuen Schuljahr wieder 
aufgreifen werden. 

Ein großes Dankeschön an die Integrationskraft in der Klasse. Im Miteinander und in der Ruhe, die sie mir gab, konnte auch ich das Zutrauen gewinnen und die Geduld haben, weiterzumachen und so manches Mal auch nicht aufzugeben.

Danke auch an den Werklehrer. Denn ein Zwergenhäuschen braucht 3 Wände und ein Dach, welches er uns zurecht sägte. Mit Rinden, Tannenzapfen, Moos und Farbe konnten die Zwergenhäuschen dann etstehen.





Literaturhinweis: Stricken und Häkeln, Ursula Ohlendorf, edition Waldorf, 2. Aufl. 2008
Pädogogische Forschungsstelle Kassel.Bezugsadresse: www.waldorfbuch.de.

Samstag, 18. Mai 2013

Die Geister sind los!

lustig gruselige 
Nähmaschinenübung

mit meiner 8. Klasse
 

Nähmaschinennähen kann Spaß machen. Auch Jungs sind zu begeistern,
wenn die Aufgaben, Formen und Stoffe passen.
Im Rahmen der Nähmaschineneinführung hatte ich die Idee, die Jungs ihren Entwurf für eine Übung selbst entwerfen zu lassen.
Erst war es eine freie, einfache Form mit Kurven, die es zu nähen gab.
Da musste man schon ganz schön hinterher sein, dass der Stoff in die richtige Richtung geführt oder besser gesagt, gelenkt wurde.
(Es ist ja eine Übung für den Nähmaschinen-"Führerschein")

Aus der einfachen Kurvenform konnte dann als zweites ein Gespenst entstehen, gruselig, lustig, mit vielen Fingern, Armen und Füßen, schweren oder leichten Kurven.
Natürlich ist bei einem Gespenst alles möglich.

Aber kann der dann auch genäht werden? 
So dass man der Nadel wirklich hinterher kommen kann?
Bei so mancher Kurve musste eben mal ganz langsam genäht werden und dafür
viel mit den Händen gelenkt. 

Die Ergebnisse sagen: "JA!"

Es machte den Schülern nicht nur sichtbar Spaß sondern zeigte wunderbare   
Geister, die gleichzeitig zu kleinen Kissen wurden.

Viel Freude beim 
 gespenstischen Gruseln!!!



          





Verwendet wurde feiner weißer Baumwollstoff, zum Stopfen Füllwatte,
welche waschbar ist und die es in den Stoffläden oder in Bastelgeschäften gibt.
 Wie auf den Skizzen schon gezeichnet, konnten, nach dem Zunähen der Öffnung mit Überwendlingsstich oder Tunnelstich, auch die Augen, Nase, Mund und Zähne mit den Bleistift leicht auf den Stoff übertragen werden,
und anschließend mit schwarzem oder rotem Nähgarn mit dem Rückstich
aufgenäht werden.

 
Tipp: Der Tunnelstich, oder Matratzenstich kann bildhaft beschrieben werden, so dass Kinder es gut verstehen können. Dieser ist nämlich kein einfacher Stich, und dazu noch verdeckt, daher wird er auch gerne Blindstich genannt.
Er eignet sich gut, um eine Öffnung nach dem Wenden zu schließen. Dabei wird von Hand genäht:
 
Die Nadel ist die S- Bahn, diese fährt erst durch einen Tunnel, nur ein winziges Stück, taucht wieder auf, wechselt sofort die Spur, und taucht im Nachbartunnel unter, taucht wieder auf, (nach 3-5 Milimetern), wechselt wieder die Spur und taucht im Tunnel der ersten Spur wieder unter... usw. Siehe Zeichnung.


Sonntag, 21. April 2013

Wundersame Tiere aus Filz 

Madame Mitze

An diesem Wochenende besuchte ich die FH für Kunsttherapie in Nürtingen für eine Fortbildung. Lange ist es her, mein Dipl. Abschluss. Umso schöner war es, Ehemalige aus meinem Semester getroffen zu haben. Das Wiedersehen war eine große Freude. Obwohl es schon so lange her ist, erinnerte sich eine von ihnen an meine Tiere, die ich damals als Semesterarbeit filzte.
Dies gab mir den Anlass, die Bilder von meiner damaligen Filz- Semesterarbeit 1999/2000 herauszusuchen und heute in meinem Blog zu zeigen:

Tiere können auf verschiedene Weise gefilzt werden,

ich wollte experimentieren,

alles ausprobieren.

Dafür durften die Tiere wie in echt sein,

oder frei aus der Phantasie.

Ich wollte spielen,

auch mit Fell, Stickereien, Perlen und Stoff.

Das Filzen lädt dazu ein.


 Ein Pferd für die Königin
Dieses Pferd ist komplett mit Schablonen gefilzt, in einem Stück und dann fest ausgestopft. Schweif und Mähne sind geflochten, mit goldenem Garn umnäht und mit Perlen bestickt.Ein Sattel aus Samt mit Gold durfte nicht fehlen. 

Schneckenbärschaf
 Dieses wundersame Tier war gleichzeitig ein festes Kissen.
Innenkern mit Schaumstoff. Alle anderen Teile nähte ich an.
Nachdem ich die Formen hatte, liebte ich es, die Tiere zu besticken und probierte alles mögliche
aus.
 Das zeigt sich auch beim nächsten Tier.

Der Torero-Ziegenbock aus Mexico
Die Grundfläche und der Kopf sind flach. 
Alle anderen Teile sind mit Schablone gefilzt und
angenäht.
Schön war wieder das Sticken.
Spielerisch konnte so eine phantasievolle Landschaft entstehen.
Bei der Präsentation hatte ich Lust auf bunten Sand und Wasser.



Madame Langschnabel
 .....bekam am Ende noch Glöckchen. Der Innenkern ist aus dickem Schaumstoff.
Das dieser so rund wurde, ergab sich unter anderem durch das feste Walken.
Wie groß und dick kann ich filzen? Mich interessierte es, auch hier die Möglichkeiten herauszufinden. Und ich kann mich noch gut erinnern, wie ich
doch nach einigen Stunden und unter Krafteinsatz eine stattlich runde
Madame Schnabel Form bekam.
Nur für den Schnabel benutzte ich eine Schablone. 

bewachsene Schildkröte

Auch kleinere Tiere, wie diese Schildkröte machen viel Freude.
Das Besticken mit Perlen und Stickgarn ist eine fast meditative, ruhige Arbeit.
Wie eine Belohnung, nachdem man vorher mit Kraft und Körpereinsatz 
gefilzt und gewalkt hat. Gerade diese gegensätzliche Arbeit von Kraftvollem und Feinem macht sie so spannend und reizvoll.

Ein schönes Tier, um es auch mit Kindern zu filzen.
Es lädt ein zum in den Arm nehmen und lieb haben.

Die quirlige Gans 
Hier an dünnen Schnüren befestigt ist sie mit Hilfe einer Schablone gefilzt.
Für mich gehörte die Gans auf einen Bauernhof, ländlich, mit Karos.

 Ein träumendes Pferd auf Holzrädern
hier schläft es, psssssst.......
Ein 6 Jähriges Mädchen zeichnete zu dieser Zeit ein Pferd in einer Form,
die mich begeisterte. Ich versuchte es mit Hilfe der verschiedenen Techniken in Filz zu gestalten,
und sah gleichzeitig ein Spielzeug auf Rädern darin, um von Kinderhänden
gezogen zu werden.
So war es für mich auch schön zu erkennen, wie wunderbar sich
Filz und Holz verbinden lassen.
 
aufgewacht, kleines Pferd und los gehts.......
teilweise mit Schablone und mit Schaumstoff gefilzt,
lassen sich viele Möglichkeiten an Tierformen
filzen und gestalten.

Experimentierfreude und ein wacher Blick, auch für die
so phantasievollen Kinderzeichnungen von Tieren
können wunderschöne Formen
zum Erwachen bringen.

Darauf ein Miau!!!

p.s. Während meines Studiums und der Filzarbeit an den Tieren entfaltete sich der große Wunsch,
mit Kindern zu arbeiten, und all das Erfahrene gemeinsam mit ihnen umzusetzen und zu erleben, auf eben liebevolle
 und spielerische Art.
Heute kann ich mit Dankbarkeit sagen, der Wunsch hat sich erfüllt.
und.... es gibt noch viele Tiere zu filzen.


Literatur:
Filzen, Faszination eines alten Handwerks, Ulrike Unterlass, AT Verlag







Sonntag, 14. April 2013

Fröhlicher Indianersommer
Ein Unterrichtsprojekt mit der
1. Klasse 2012

 auf einer frisch gemähten Wiese macht das Indianertoben-und spielen
doppelt so viel Spaß!
Klar wollten wir Kinder einen großen Grasberg bauen, um unsere Indianerzelte
aufzustellen.
Dazu gab es ein Picknick und eine schöne Geschichte.
Was für ein Glück, dass die Schule mitten im Grünen liegt.

 Doch das war in der letzten Schulwoche.
Wie fing denn alles an?

 Natürlich am Lagerfeuer.......

Handarbeitsunterricht kann auch mal ganz gemütlich sein, auf einer Decke, rund um ein Lagerfeuer. So saßen wir da, mit unseren selbsgemachten Federbändern um den Kopf und nahmen unsere Holzgabeln in die Hand.
Die sahen ein wenig aus, wie Holzspieße, mit denen man etwas auf dem 
Feuer grillen konnte.
 Dann lernten wir, dass man mit den Holzgabeln etwas ganz anderes machen
kann, nämlich stricken.
Lange Schnürte strickten wir, viele Stunden, denn bis so ein Zelt fertig ist, braucht es Arbeit und Geduld und manchmal auch Pausen.
Wenn wir leise waren, hörten wir spannende Indianergeschichten,
von einem Indinanerjungen namens Fliegender Stern.
Besonders lustig fanden wir die Namen, die so ganz anders waren als unsere:
Ein Junge hieß: "Der ruft den Regen",
ein anderer "Helles Wasser", 
der Vater hieß "Guter Jäger" und die Mutter
"Sonne über dem Weg", und so ging das weiter.

Das Stricken war leicht, aber manchmal auch schwer, wenn die Wolle einfach machte, was sie wollte.

Doch am Ende klappte alles ganz gut, und wir konnten noch aus bunten 
Jerseystoffen in Indianerfarben Bänder schneiden.

Unsere langen Strickschnüre und die Bänder webten wir dann in ein
Holzgerüst, welches unser Werklehrer uns mit
vorbereitet hatte.
Es braucht dafür eine Baumscheibe und Löcher darauf, in denen die Holzstöcke hineingeklebt werden.
Es waren 5 oder 6 Stöcke, die oben zusammengebunden wurden.
Dann sah es endlich wie ein richtiges Indianerzelt aus!

Und was fehlte noch?
Na die Indianer und ein Lagerfeuer, mit Steine und Holz.

     
Manche Indianer bekamen eine Glatze, aber die Federn durften 
nicht fehlen.
Die Wattekugeln wurden mit "Hautfarbe" (Gouachefarben) angemalt und dann auf einen Korken gesteckt. Mit Stoffen gaben wir unseren Indianern Kleider.
 
    Diese Indianer hatten eine besondere Frisur bekommen.
Und es sollte ein Fluss am Zelt entlang fließen, damit sie
immer Wasser hatten, zum Kochen und Baden natürlich!!

Am Ende der Stunde durften wir das Lagerfeuer auspusten und unsere 
Lehrerin war so schnell, wie der Wind, so dass wir nicht genau sahen,
wie das Feuer verschwand.

Ob Zaubern auch zum Indianersein gehört?   

Probiert es doch aus.
Der Sommer kommt ganz bestimmt.  

Literatur: Steine Federn Muscheln, Naturkunst mit Kindern, Katrin u. Frank Hecker, Haupt Verlag 
       Fliegender Stern, Ursula Wölfel, Carlsen Verlag